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Corona-Dialog in Schwetzingen: Stellungnahme der Initiatoren

Am 14. Juli 2026 fand im Schwetzinger Rathaus eine Dialogrunde zur Aufarbeitung der Corona-Zeit statt. Eingeladen hatte Oberbürgermeister Matthias Steffan. Per Video zugeschaltet war Franziska Hoppermann, die Vorsitzende der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie des Deutschen Bundestages. Dass in dieser Runde auch Kritiker der damaligen Maßnahmen zu Wort kamen, war ein wichtiger und leider keineswegs selbstverständlicher Schritt. In vielen Städten wäre eine solche Konstellation, in der Befürworter und Kritiker der Maßnahmen miteinander sprechen, noch immer undenkbar.

Trotz dieses positiven Signals bewerten die Initiatoren der Gesprächsrunde Verlauf und Ergebnis der Veranstaltung auch kritisch. Matthias Langer und Stefan Rieseberg hatten sich in vielen intensiven Gesprächen mit dem Schwetzinger Oberbürgermeister für einen Austausch über die Corona-Jahre eingesetzt.

In der folgenden Stellungnahme schildern sie, wie es zu der Gesprächsrunde kam, was sie daran positiv fanden und was sie an der Veranstaltung kritisieren.

Wir veröffentlichen ihre Stellungnahme im Wortlaut.

Der Versuch, einen lokalen Dialog zur Aufarbeitung der Corona-Jahre anzustoßen

Schwetzingen unter seinem damaligen Oberbürgermeister war Musterschüler, während der Corona-Jahre. Maßnahmen wurden schon vor dem offiziellen Start umgesetzt, mehrere Impfaktionen durchgeführt und einige tausend Euro für eine Lichtillumination gegen die Corona-Spaziergänger am Palais Hirsch ausgegeben.

Hinzu kommt, dass während dieser Zeit die Politik Maßnahmen beschlossen hat, die derart einschneidend waren, dass unsere Gesellschaft tief gespalten wurde. Angesehene Wissenschaftler wurden in dieser Zeit diskreditiert, Kritiker wurden diffamiert, mutige Ärzte werden noch immer verurteilt. Von daher ist es aus unserer Sicht mehr als geboten, diese Maßnahmen zu hinterfragen und sie auf deren Sinnhaftigkeit und Nutzen bzw. Schaden zu beleuchten. Und vor allem, welche Lehren wir für die Zukunft daraus ziehen können?

So sind wir auf unseren neuen Oberbürgermeister zugegangen, um uns für eine lokale Aufarbeitung einzusetzen. Es waren mehrere Termine mit ihm erforderlich, bis schlussendlich im Juli 2026 eine Dialogrunde in Schwetzingen umgesetzt wurde.

Diese wurde von der Stadt organisiert, wir wurden nur informiert, hatten aber keine Mitsprache. Neben Vertretern der Stadt und des Gemeinderats waren auch eine Vertreterin aus dem Handwerk und dem Kindergarten, ein Vertreter der Gastronomie, der Kultur und den Vereinen dabei. Aus dem kritischen Bereich war Kay Klapproth als Immunologe die zwei Initiatoren dabei. Wir hatten auch eine Impfgeschädigte eingeladen, die aber kurzfristig absagen musste. Zudem war ein Vertreter der Medien (Schwetzinger Zeitung) anwesend. Frau Hoppermann, die Vorsitzende der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages war per Videoschalte dabei.

Die Dialogrunde war auf 90 Minuten angesetzt und der Zeitplan wurde von der Moderatorin auch rigoros durchgepeitscht. Gleich zu Beginn wurde schon mal klar gemacht: „In 90 Minuten sind wir hier durch“.

Damit war schon mal der Kontext klar und es gibt nur zwei positive Aspekte: Erstens, dass es überhaupt zu so einer Runde gekommen ist und die Kritiker mal eine Stimme bekommen haben, ohne diffamiert zu werden. Und zweitens waren die persönlichen Schilderungen der Teilnehmer sehr interessant und informativ, da sie das Thema nochmal aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet haben. Das war für uns ein deutlicher Mehrwert.

Die negativen Aspekte überwiegen aber ganz eindeutig und sind auch sehr ernüchternd. Vorher abgesprochene Punkte wurden nicht eingehalten, Frau Hoppermann hat viel zu viel Zeit für triviale Ausführungen erhalten. Zum einen versuchte sie zu erklären, warum eine Enquete-Kommission besser sei, als ein Untersuchungsausschuss und dann das politische Mantra „wir sind vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen“. Dies entbehrt jeder faktischen Grundlage und ist Hohn den Opfern gegenüber, die heute an den Folgen dieser Zeit leiden.

Es wurde zu einem Dialog eingeladen, der aber nicht stattgefunden hat. Die Moderatorin hatte Fragen vorbereitet und jeder durfte ein kurzes Statement dazu abgeben. Es war kein Raum für eine Diskussion. Die heterogene Gruppe hat unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema präsentiert. Allerdings wurden diese unterschiedlichen Positionen weder herausgearbeitet noch diskutiert. Und das wäre ja ganz wesentlich für einen Lerneffekt. Und dann war die Runde unter sich und hat nicht die Öffentlichkeit erhalten, die eigentlich notwendig ist.

Die Stadt hat dann zwei Tage später einen Bericht auf Facebook veröffentlicht. Dieser Bericht ist ohne jegliche Substanz und Erkenntnisgewinn und dient ausschließlich der PR für die Stadt (wir haben das Thema besprochen und damit ist es erledigt). Das finden wir aufgrund der Brisanz des Themas eine Missachtung derjenigen, die während der Zeit diffamiert und ausgegrenzt wurden. Von daher werden wir weiter uns für einen tatsächlichen Dialog einsetzen.

Mit einer einzelnen Gemeinde werden wir nichts erreichen. Wir möchten dies als Anregung sehen, dass daraus eine Bewegung entsteht und viele in ihren Gemeinden so einen Dialog anstoßen. Als einzelner können wir wenig erreichen, wenn es aber viele werden, zeigen wir die Macht, die von uns ausgehen kann. Rafft euch nochmal auf, findet den Weg aus der Lethargie und lasst uns das Thema nicht auf sich beruhen. Vielen Dank.

Matthias Lange, Stephan Rieseberg

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