Rund 29.000 Heidelberger haben sich beim Heidelberger Bürgerentscheid für den Bau von Windkraftanlagen am Lammerskopf ausgesprochen, etwa 14.500 dagegen. Damit wurde das notwendige Zustimmungsquorum erreicht und der Bürgerentscheid ist gültig.
Verloren haben die Heidelberger Wälder, ihre Tiere und Pflanzen, aber auch die Bürger unserer Stadt. Denn mit dieser Entscheidung wird nicht nur ein wertvolles Naherholungsgebiet zu einem Industriegebiet umgebaut – mit allen Folgen für Natur, Landschaft und Lebensqualität. Es entstehen auch gesundheitliche und finanzielle Risiken, und wir gehen einen weiteren Schritt in Richtung einer teureren und unsichereren Stromversorgung. Unser Wohlstand und die Zukunft unseres Industriestandorts werden aufs Spiel gesetzt – damit einige wenige daran verdienen.
Wir von der Initiative für Demokratie und Aufklärung haben in den vergangenen Monaten unsere Argumente vorgetragen, Veranstaltungen organisiert, Experten eingeladen und den Bürgern eine kritische Perspektive aufgezeigt.
Wir haben versucht, in Heidelberg wieder zu einer ausgewogenen öffentlichen Debatte zurückzukehren. Doch wie schon bei anderen Themen werden auch beim Klimawandel und bei der Energiewende kritische Stimmen weitgehend ignoriert oder pauschal diskreditiert, anstatt sich sachlich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen.
Es geht nicht um „Klimaschutz“
Wir sind überzeugt, dass es beim Ausbau der Windkraft längst nicht mehr nur um Klima- oder Naturschutz geht. Es geht um ein milliardenschweres Geschäftsmodell, bei dem durch staatliche Förderungen und politische Entscheidungen Geld von Steuerzahlern und Stromkunden umverteilt wird. Die Gewinne fließen an Betreiber und Investoren. Die Kosten tragen wir alle – über höhere Strompreise, teuren Netzausbau, noch zu bauende Reservekraftwerke, Importe von teurem Gas und Strom. Durch Subventionen finanzieren wir eine ideologigetriebene Idee und verlieren neben unserer Wettbewerbsfähigkeit und unserem Wohlstand auch unsere wertvolle Landschaft.
Wir hoffen trotzdem, dass auf dem weiteren Weg noch Vernunft einkehrt. Die Windkraftanlagen am Lammerskopf sind noch nicht gebaut. Vielleicht gelingt es am Ende doch noch, dieses Waldgebiet vor einer Industrialisierung zu bewahren.
Wir sind überzeugt, dass zukünftige Generationen auf diese Zeit zurückblicken und sich fragen werden, wie eine derart zerstörerische und unvernünftige Umgestaltung unserer Energieversorgung als alternativlos dargestellt werden konnte. Wie es möglich war, dass Deutschland einen energiepolitischen Sonderweg eingeschlagen hat, den kein anderes Industrieland zu gehen bereit ist.
Wir danken allen unseren Mitgliedern und Helfern, die uns in den letzten Wochen unterstützt haben. Und wir danken allen, die sich für eine ideologiefreie Sachpolitik eingesetzt haben und sich nicht von einer Klimahysterie haben anstecken lassen, die ohne Grundlage gezielt verbreitet wird.
Für uns endet die Auseinandersetzung mit diesem Bürgerentscheid nicht.
Wir werden den weiteren Verlauf des Projekts in Heidelberg kritisch begleiten. Und wir werden uns auch künftig für eine offene Debatte, den Schutz unserer Wälder und für eine vernünftige Energiepolitik einsetzen.
Initiative für Demokratie und Aufklärung e.V.

