Liebe Heidelberger,
am 12. Juli stimmen Sie darüber ab, ob das am Rand Heidelbergs gelegene Waldgebiet am Lammerskopf als Standort für Windindustrieanlagen erschlossen werden soll – ein ökologisch sensibles Waldgebiet, das sich teilweise mit einem europäisch geschützten FFH- bzw. Natura-2000-Gebiet überschneidet.
Wir von der Initiative für Demokratie und Aufklärung möchten, daß Sie Ihre Entscheidung zum 12. Juli gut informiert treffen.
Windkraft könnte in einen sinnvollen Energiemix integriert sein – in Deutschland jedoch ist sie Kernbestandteil einer industrie- und umweltschädlichen Energiewende, die künstlich durch Subventionen am Leben erhalten wird. Heidelberg will nun auch einen Teil dieser Subventionsorgie bekommen.
Doch lassen Sie sich nicht täuschen: Der Kipp-Punkt jeder Sinnhaftigkeit ist längst erreicht.
Jede neue Windkraftanlage bringt keine Vorteile, sondern nur noch teurere Strompreise, größere Blackout-Risiken, größere Umweltzerstörung und größere Entsorgungsprobleme giftiger Windradbaustoffe. Für Sie als Bürger bedeutet das: höhere Kosten, unklare Gesundheitsrisiken, die Entwertung Ihrer Immobilien und die Zerstörung Ihrer Naherholungsgebiete.
Und wichtig: Wer am 12. Juli mit „Ja“ stimmt, darf sich nicht wundern, wenn nach dem Lammerskopf als nächstes auf dem Hohen Nistler oder bei Drei-Eichen Windindustrieanlagen stehen. Das betrifft besonders Neuenheim, Handschuhsheim, die Weststadt und die Südstadt.
Deshalb: Stimmen Sie am 12. Juli mit Nein.
Nein zu Windrädern am Lammerskopf.

Finanzielle Aspekte
Entwertung der Immobilien
Ihr Haus verliert an Wert. Je näher eine Windanlage steht, desto höher kann der Wertverlust ausfallen. Der Wertverlust kann bis zu 25 Prozent betragen.
Das betrifft nicht nur einen theoretischen Marktwert. Es ist bekannt, daß Banken unter Umständen nachträglich eine Eigenkapitalerhöhung für die Hypothek fordern können, wenn sich die Bewertung der Immobilie verschlechtert. Für viele Eigentümer geht es daher unmittelbar um Vermögen, Altersvorsorge und finanzielle Sicherheit.
Verteuerung des Haushaltsstroms
Von der Windkraft profitieren vor allem Verpächter und Projektierer. Die Bürger zahlen die Zeche: über Haushaltsstrompreise, Steuern und gigantische, weiter wachsende Subventionen. Windkraft wird häufig als billig dargestellt. Entscheidend ist aber nicht nur die einzelne erzeugte Kilowattstunde, sondern das Gesamtsystem: Netzausbau, Reservekapazitäten, Ausgleich wetterabhängiger Stromproduktion, Subventionen, Rückbau und Entsorgung.
Gesundheitliche Aspekte
Infraschall
Gesundheitliche Fragen im Zusammenhang mit Windkraftanlagen werden oft vorschnell als erledigt dargestellt. Nach einer große Studie der Universität Mainz, steigt das Risiko für Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen signifikant in Orten nahe großer Windkraftanlagen. Solche Hinweise müssen ernst genommen werden. Wer große Windindustrieanlagen in Wald- und Naherholungsgebiete stellen will, muß vorher überzeugend darlegen, daß mögliche gesundheitliche Risiken ausreichend untersucht und ausgeschlossen sind.

Lärmbelästigung und Schattenwurf
Die Anwohner von Windkraftanlagen klagen häufig über Lärmbelästigung. Der Geräuscheindruck wird oft als dröhnendes Wummern beschrieben. Hinzu kommt der Schattenwurf der Rotorblätter. Diese Belastungen betreffen nicht nur die unmittelbare Wohnqualität, sondern auch Erholung, Schlaf und Lebensqualität. Gerade in einer dicht besiedelten Region dürfen solche Fragen nicht verharmlost werden.
Umweltschutzaspekte
Beeinflussung des Mikroklimas
Windräder beeinflussen das lokale Mikroklima. Nach einer Studie zweier Harvard-Wissenschaftler, können Windkraftanlagen die lokale Temperatur um bis zu 0,54 °C erhöhen, insbesondere durch einen spürbaren Austrocknungseffekt der Böden von 4,4 Prozent im Jahr. In der Nacht ist die Luft unmittelbar über dem Boden relativ kühl, darüber ist sie wärmer. Die rotierenden Flügel der Windkraftanlagen gleichen dieses Temperaturgefälle aus und schaufeln Wärme zurück auf den Erdboden.
Dadurch kann auch die Taubildung erschwert werden. Auch die Windgeschwindigkeit ebenso wie der Niederschlag können bis zu einer Entfernung von 10 km um 10 Prozent reduziert werden können. Gerade für einen Wald, der bereits durch Trockenheit, Hitze und Schädlingsdruck belastet ist, sind solche möglichen Effekte nicht nebensächlich.
Belastung für das Trinkwasser
Auch das Trinkwasser kann betroffen sein. Grundwasserströme können sich verändern und zusätzlich durch Rotorenabrieb verunreinigt werden. Wenn Windkraftanlagen in Wald- und Wassereinzugsgebieten geplant werden, muß auch diese Frage sorgfältig geprüft werden. Es geht nicht nur um die Standfläche der Anlage, sondern um Eingriffe in Boden, Wasserhaushalt und langfristige ökologische Zusammenhänge.
Abrieb der Rotorblätter
Die Rotorblätter großer Windkraftanlagen haben einen Abrieb von 30 bis 150 kg pro Jahr und Anlage. Dieser Abrieb enthält 5 Prozent PFAS. Das entspricht bis zu 2,5 mg PFAS pro Quadratmeter und Jahr auf einer Fläche von 150 Hektar. PFAS gelten als besonders problematische Stoffgruppe, weil sie sehr langlebig sind und sich in der Umwelt anreichern können.
Gefährdung von Wildtieren
Windkraftanlagen greifen auch in die Lebensräume von Tieren ein. 1.200 Milliarden Insekten und zehntausende Vögel werden durch Rotorblätter getötet. Fledermäuse und Wildvögel verlassen ihre Brutplätze im Umkreis von 5 km um Windkraftanlagen. Pro Jahr verzeichnet Deutschland ca. 240.000 getötete Fledermäuse.
Windkraftanlagen sind kein harmloser Eingriff in die Natur. Sie verändern Lebensräume und gefährden Tiere, die gerade in Waldgebieten besonders geschützt werden müßten.
Bodenverdichtung und Bodenversiegelung
Für Windkraftanlagen im Wald werden nicht nur Türme aufgestellt. Es braucht Zufahrtsstraßen, Kranstellplätze, Fundamente, Kabeltrassen, Böschungsbearbeitung und Entwässerung.
Verdichtete Böden verlieren ihre natürliche Porenstruktur. Dadurch werden Wasseraufnahme und Wasserspeicherung deutlich reduziert. Auch die langfristige Bodenfruchtbarkeit wird erheblich beeinträchtigt.
Durch Zufahrtsstraßen, Kranstellplätze und Fundamente werden Böden stark versiegelt. Diese Flächen sind dann nicht mehr für Wasserinfiltration oder Wurzelwachstum nutzbar. Der Wasserhaushalt des Waldes kann nachhaltig gestört werden. Die Wiederherstellung verdichteter oder versiegelter Böden ist aufwendig und oft mit irreparablen Schäden verbunden.
Ästhetische Aspekte
Flächenrodung
Die Rodung von Waldflächen ist der größtmögliche Schaden, den man einem Wald zufügen kann. Mit echtem Umweltschutz hat das nichts zu tun. Windkraftanlagen im Wald bedeuten nicht nur punktuelle Eingriffe. Sie bedeuten dauerhafte technische Erschließung, befestigte Wege, große Bauflächen und industrielle Infrastruktur mitten in einem Natur- und Erholungsraum.
Zerstörung der Landschaft
Pro Windrad ist ein Abstand von 800 bis 1.000 m erforderlich. Es geht nicht um wenige kleine Eingriffe, sondern um eine großflächige industrielle Umformung der Landschaft. Wo heute Wald, Ruhe und Erholungsraum sind, entstehen technische Anlagen, Zuwegungen, Sicherheitsflächen und weithin sichtbare Industriearchitektur.

Weitere verschwiegene Faktoren
Oft wird nur über den Standort der einzelnen Windräder gesprochen. Verschwiegen oder verharmlost werden dagegen die vielen Nebenfolgen. Dazu gehören Zufahrtsstraßen, auf denen 80 m lange Rotorblätter transportiert werden können, außerdem Kabeltrassen, Böschungsbearbeitung und Entwässerung. Diese Eingriffe verändern den Wald dauerhaft. Sie bleiben sichtbar, auch wenn die eigentliche Anlage nur einen Teil der betroffenen Fläche einnimmt.
Beeinträchtigung des Landschaftsbildes
Windräder am Lammerskopf wären weithin sichtbar. Die Anlagen wären etwa 250 m hoch. Zum Vergleich: Der Kölner Dom ist 157 m hoch, der Mannheimer Fernsehturm 217 m und der Messeturm in Frankfurt 256 m. Ob Sie in Heidelberg auf die Alte Brücke schauen, auf das Schloß oder vom Schloß ins Neckartal: Man wird immer und von überall her die 250 m hohen Windräder sehen. Es geht um das Landschaftsbild einer der bekanntesten Stadtlandschaften Deutschlands.
Unser Fazit
Am 12. Juli geht es nicht nur um einzelne Windräder. Es geht um eine Grundsatzentscheidung für Heidelberg.
Wollen wir weitere Waldflächen roden, Naherholungsgebiete zerstören, das Landschaftsbild dauerhaft verändern und zugleich erhebliche finanzielle, ökologische und gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen?
Wir meinen: Nein.
Deshalb: Stimmen Sie am 12. Juli mit Nein.
Nein zu Windrädern am Lammerskopf

Weitere Informationen:
IDA Heidelberg: www.ida-hd.de
Klima-Fakten: https://klima-fakten.net/
Prof. Vahrenholt: https://vahrenholt.net/
https://vahrenholt.net/wp-content/uploads/2026/01/Hassberge.pdf


